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WER darf Waffen erwerben und diese mitführen

14 ist eine magische Zahl. Endlich sind auch Kinobesuche bis 22:00 Uhr in Ordnung, allerdings ist man nun auch für begangene Dummheiten individuell strafrechtlich verantwortlich. Mit 18 wird’s dann noch bunter, denn nun darf man wählen gehen (oder sich selbst in ein politisches Amt wählen lassen) und zur Siegesfeier gibt es mehr als nur Bier und Sekt.

Auch im Waffenrecht nehmen diese beiden Altersstufen eine besondere Bedeutung ein. In unserer 4-teiligen Blog-Serie liefern wir Ihnen alle grundlegende Informationen zu diesem Thema.

 

HEUTE: WER – darf Waffen erwerben und diese mitführen

 

Der Gesetzgeber zieht enge Grenzen, wenn es um den Erwerb und Besitz von (freien) Waffen geht. Unter 14 Jahren ist der Erwerb und Besitz von Objekten, die laut Definition des Gesetzes als Waffe gelten. tabu. Das gilt auch für Anscheinswaffen – also unbrauchbar gemachte oder Nachbildungen von Schusswaffen, die nicht eindeutig als solche zu erkennen sind. Es ist also Vorsicht geboten beim nächsten Geburtstagsgeschenk für den Neffen, der sich eine „echte Spielzeugpistole“ wünscht.

Dagegen gilt zum Beispiel Tierabwehrspray (Pfefferspray mit entsprechendem Aufdruck) offiziell nicht als Waffe und ist somit frei verkäuflich – auch unter 14 Jahren.

Auch ein Baseballschläger oder ein Bogen wird vom Gesetzgeber als Sportgerät gesehen und darf deshalb auch von unter-14-Jährigen erworben werden.

Ab 14 Jahren

Sobald man das 14te Lebensjahr vollendet hat, ist der Umgang mit Waffen und Munition unter Aufsicht eines weisungsbefugten Waffenberechtigten im Rahmen eines Ausbildungs- oder Arbeitsverhältnisses erlaubt. Kaufen kann man in diesem Alter allerdings maximal zum Spiel bestimmte Softairwaffen (Druckluftwaffen zum Verschießen von Plastikkugeln). Und das auch nur, wenn die Geschossbewegungsenergie unter 0,5 Joule liegt. Bei stärkeren Softairwaffen ist der Verkauf sogar erst ab 18 Jahren zulässig.

Auch der Erwerb und Besitz eines Reizstoffsprühgeräts (also Pfefferspray ohne die Kennzeichnung „Tierabwehrspray“) mit PTB-Prüfzeichen sind ab 14 Jahren erlaubt.

 

Ab 18 Jahren

Sobald ein Objekt offiziell laut Definition des Waffengesetzes als Waffe eingestuft wird, ist der Erwerb und Besitz erst ab 18 Jahren gestattet. Das gilt für Paintballmarkierer und die Armbrust genauso wie für „scharfe“ Waffen (z. B. für den Schießsport). Beim Erwerb solcher „scharfer“ Waffen ist neben dem Altersnachweis dann zusätzlich eine Waffenbesitzkarte erforderlich. Je nach Bundesland kann diese bei Stadt- oder Kreisordnungsämtern oder auch bei Stadt- oder Kreispolizeibehörden beantragt werden. In die Waffenbesitzkarte trägt die Behörde die Schusswaffen ein, die der Karteninhaber besitzen darf. Wichtig ist allerdings, dass die Waffenbesitzkarte eine waffenrechtliche Erlaubnis zum Besitz darstellt, nicht zum Führen der Waffe.

 

Wer das Bedürfnis hat, in der Öffentlichkeit seine Gaspistole am Holster an der Hose zu tragen, benötigt dazu einen Waffenschein. Volljäh­rigkeit, Zuver­läs­sigkeit (die über ein Führungs­zeugnis nachge­wiesen wird) und die persön­liche Eignung zum Führen einer Waffe sind die grundlegenden Voraussetzungen für dessen Ausstellung. Eine zusätzliche Bedingung, die für viele Privat­per­sonen ein Hindernis darstellt, ist der Nachweis eines Bedürf­nisses zum Führen der Waffe. Es muss nachge­wiesen werden, dass der Antrag­steller beispiels­weise eine besonders gefährdete Person ist und sich durch die Waffe schützen kann.

Doch selbst als Inhaber einer Waffenbesitzkarte sowie eines Waffenscheins ist das Führen einer Waffe auf öffentlichen Veranstaltungen (wie z.B. Volksfesten, Sportveranstaltungen, Messen oder Demonstrationen) grundsätzlich verboten.  Grundsätzlich gilt auch, dass jeder Waffenbesitzer (unabhängig vom Alter) für die sichere Verwahrung und den sicheren Transport des Objekts verantwortlich ist. Des Weiteren müssen alle Waffen gegen den Zugriff von Unbefugten gesichert sein.

 

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