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Die „gefühlte Kriminalitätstemperatur“ steigt

Die offizielle Version der polizeilichen Kriminalstatistik wird erst am 08. Mai von Innenminister Horst Seehofer veröffentlicht. Doch schon jetzt ist die mediale Berichterstattung über die vorläufigen Zahlen groß. Unumstritten ist: Insgesamt wurden im Bundesgebiet so wenige Straftaten verübt wie noch nie seit der Wiedervereinigung. Trotz allem kennt die Kriminalstatistik Gewinner und Verlierer – zu letzteren gehören vor allem die Bundesländer im Osten.

Trauriges Ranking der Ost-Länder

Der Tites des gefährlichsten Bundeslandes geht an Sachsen-Anhalt. Auf Platz 2 kommt Sachsen, dicht gefolgt von NRW. Interessant: Auf den Rängen 1 bis 7 sind alle fünf ostdeutschen Flächenländer vertreten.

Entgegen der offiziellen Zahlen sei aber die „gefühlte Kriminalitätstemperatur“ der Bevölkerung deutschlandweit angestiegen. „Die Verunsicherung der Menschen ist gewachsen durch den Zustrom der Menschen aus fremden Kulturen“, sagt Kriminologe Christian Pfeiffer. Das beruhige sich zwar mit der Zeit wieder, „wenn wir uns gewöhnen an die neue Lage“. Aber zunächst einmal sei damit auch die Anzeigebereitschaft erhöht. „Da dürfte sich eine Diskrepanz entwickelt haben zwischen der objektiven Lage und dem, was die Menschen fühlen.“

Angst vor Angriffen – vor allem an Bahnhöfen

Vor allem Gewaltdelikte machen den Menschen Sorgen. Zunehmende Messer-Attacken – auch auf Beamte – sorgen für Unsicherheit. Auch die Zahl der Sexualdelikte ist in mehreren Bundesländern deutlich gestiegen. Und obwohl die Ministerien einstimmig erklären, dies liege vor allem an einer veränderten Zählweise der Delikte, so passen die Zahlen in die allgemeine Gefühlslage.

Der GdP-Bundesvorsitzende Oliver Malchow erklärte: „Die Verunsicherung der Bürger ist regelrecht spürbar, weil kaum noch ein Tag vergeht, an dem nicht Polizeimeldungen über gefährliche oder sogar tödliche Messerattacken bekannt werden.“ Malchow erzählt, Streifenpolizisten berichteten ihm und seinen Kollegen, dass gerade junge Männer zwischen 15 und 30 Jahren immer öfter ein Messer dabei hätten. „Es gibt eine Gruppe, die Konflikten nicht aus dem Weg geht und sagt: Das mache ich zur Not auch mit dem Messer“, sagt Malchow.

Ernst Walter, Vorsitzender der DPolG-Bundespolizeigewerkschaft, warnt unlängst: „An manchen Bahnhöfen ist ein Zustand erreicht, in dem sich der Bürger nicht mehr sicher fühlen kann“. Immer wieder berichten Pendler und Touristen, sie müssen sich ihren Weg zum Zug erst einmal durch eine Gruppe betrunkener Männer bahnen. Eine Rollstuhlfahrerin berichtet, auf einer Münchner Polizeiwache habe man ihr geraten, sie solle abends besser nicht im Hauptbahnhof sein: „zu gefährlich“. „Die zunehmende Verrohung der Gesellschaft ist an den Hauptbahnhöfen ganz besonders zu spüren“, sagt Jörg Radek, stellvertretender Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP).

Polizei rüstet auf

Die abnehmende Hemmschwelle und steigende Gewaltbereitschaft bekommen auch vermehrt die Polizeibeamten aller Länder zu spüren. Respektlosigkeit und Übergriffe gegenüber Einsatzkräften gehören schon seit längeren nicht mehr zu den Ausnahmen. Deshalb will die hessische Polizei beispielsweise ihre Einsatzkräfte jetzt besser schützen und hat deshalb 10.000 Schnittschutzschals bestellt, die den Hals vor Stich- und Schnittverletzungen schützen sollen. Außerdem sollen noch Schutzwesten beschafft werden, die nicht nur Kugeln, sondern auch Klingen abwehren.

Und als erstes Bundesland bewaffnet Rheinland-Pfalz seine Polizeibeamten jetzt mit Elektroschockpistolen, so genannten Tasern. Der sinnvolle Einsatz dieser Geräte wurde zuvor ein Jahr lang in einem Pilotprojekt getestet. Während der Laufzeit des Trierer Pilotprojektes machten die Beamten insgesamt 31-mal Gebrauch vom Taser – in den meisten Fällen genügte die Androhung des Gebrauchs. Für Innenminister Roger Lewentz (SPD) ein deutlicher Beleg für die „hohe deeskalierende Wirkung“ der Geräte: In „emotional aufgeheizten und gefährlichen Einsatzlagen“ seien auf diese Weise Verletzungen bei allen Beteiligten verhindert worden.

Schutz für den Durchschnittsbürger

Doch während die Polizei gegen zunehmend aggressive Angreifer aufrüstet, steht der Normalbürger dem oft wehrlos gegenüber. Dabei gibt es sinnvolle Selbstschutz-Produkte, die für jedes Alter geeignet sind. Personen-Alarme werden gerne als passive Abwehr von Kindern und Senioren genutzt um in einer Gefahrensituation auf sich aufmerksam zu machen. Aktiven Schutz bietet Pfefferspray – in der handlichen Variante für die Handtasche bis hin zum semi-professionellen Abschussgerät.

Die Produktexperten von kh-security beraten Sie gerne und empfehlen passende Produkte für ihren Selbstschutz.

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