Kleiner Gegenstand mit großer Wirkung

Ein 28-Jähriger klaut ein T-Shirt im Wert und ein paar Turnschuhe und wird geschnappt. Ein nicht wirklich aufregender Tag für die Polizei in Konstanz.  Der Dieb ist voll geständig und hat vermutlich wegen der Diebstähle keine allzu große Strafe zu erwarten. Doch bei seiner Durchsuchung entdecken die Beamten etwas, dass den Tag doch noch interessant werden lässt. Der Täter trug nämlich bei seinen Taten in der Jackentasche ein Pfefferspray.

Das Mitführen dieses kleinen Gegenstands hatte großen Einfluss auf das Urteil.

Das Reizstoff-Sprühgerät kam beim Diebstahl nicht zum Einsatz, niemand wurde damit bedroht oder gar verletzt. Dennoch ist der 28-Jährige jetzt nicht nur wegen Diebstahls, sondern auch wegen des Führens einer Waffe angeklagt.

Das Problem war das fehlende Prüfsiegel

Das mitgeführte Pfefferspray hatte nämlich kein amtliches Prüfsiegel. Solche Reizstoff-Sprühgeräte ohne Kennzeichnung gelten nach deutschem Waffenrecht als Waffen. Der legale Umgang setzt dann den Besitz eines Waffenscheins voraus.Hätte der Täter sich die Mühe gemacht, ein zugelassenes Pfefferspray von einem vertrauensvollen Händler zu kaufen, wäre dies nicht zu beanstanden gewesen. Ein Spray, das eindeutig für die Tierabwehr gekennzeichnet ist, darf nämlich jeder kaufen und mitführen.

Auch ohne Einsatz strafbar

Auch wenn der Täter nicht vorhatte, das illegale Pfefferspray zu benutzen oder mit der Benutzung zu drohen, beschert der kleine gegenstand nun mehr Ärger als der eigentliche Diebstahl.

Staatsanwalt forderte acht Monate Haft auf Bewährung

Staatsanwalt Heiner Fritze hat nun wegen Diebstahls mit Waffe acht Monate Haft auf Bewährung gefordert. In der Jackentasche habe der Angeklagte das Reizstoff-Sprühgerät griffbereit gehabt.

Rechtsanwalt Markus Krämer sieht zwar auch den Diebstahl mit Waffe, plädierte aber, es handle sich um minderschwere Fälle, bei denen eine Geldstrafe noch möglich sei. Er geht davon aus, dass der Angeklagte, der inzwischen Vater eines Kindes ist und demnächst eine Ausbildung aufnimmt, inzwischen in so stabilen sozialen Verhältnissen lebt, dass er nicht wieder straffällig wird.

Dieser Auffassung folgte Richterin Christine Kaiser. Sie ging davon aus, dass der Angeklagte fahrlässig handelte, als er das besagte Spray dabei hatte. Sie hielt dem Angeklagten zugute, dass er voll geständig war und schon 19 Tage in Untersuchungshaft gesessen hatte und verurteilte ihn zu einer Geldstrafe.

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